Erst denken, dann handeln!

Stichwort „ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer“, „Fukushima“, „Charlie Hebdo“ und „Schweizer Einwanderungsinitiative“. Diese und viele weitere Beispiele haben eines Gemeinsam: Die Menschheit ist absolut nicht proaktiv. Oder um es im Dialekt eines Schweizer Rappers zu zitieren: „Gschicht lehrt, dass dr Mönsch nid lehrt us dr Gschicht“ (Lorenz Häberli, 2008), übersetzt: Die Geschichte lehrt, dass der Mensch aus der Geschichte nichts lernt. Warum wir den in der Erziehung oft gehörten Satz „erst denken, dann handeln“ viel mehr berücksichtigen sollten:

proaktiv

Actio und Reactio

Das dritte Newton’sche Axiom sagt, dass bei der Wechselwirkung zwischen zwei Körpern jede Aktion gleichzeitig eine gleich große Reaktion erzeugt wird (Ich weiss das, weil ich ja in einem Labor lebe und mich, wenn Brain mal wieder von der Weltherrschaft spricht, gelegentlich mit dem beschäftige, was die Forscher in unserem Labor tun). Genau dieses Axiom stellt eines der grössten Probleme der Menschheit dar: Wir sind ausschliesslich darauf bedacht, zu reagieren. Ich verurteile keineswegs die Solidarität in Bezug auf Charlie Hebdo, oder die Medienpräsenz und die Anteilnahme für die ertrunkenen Flüchtlinge. Ich kritisiere nur die Tatsache, dass wir immer nur was tun, wenn bereits etwas passiert ist, es dann wieder vergessen und dann, zwischen 20 und 50 Jahren später, die gleiche Scheisse nochmal tun. Somit könnte man die Geschichte der Menschheit in drei Worten, zwei Kommas und einem Punkt zusammenfassen: Reagieren, vergessen, reagieren.

Alle machen es falsch

Ich schliesse mich selbst nicht aus. Ich reagiere gerade nur darauf, dass mich die ganze Scheisse nervt. Ausgelöst durch die tragischen Ereignisse in der letzten Woche. Die, die jetzt denken „ich bin sehr oft proaktiv“, ich will Euch ja nicht zu nahe treten, aber ein Scheiss seid Ihr. Wir nörgeln über die Politiker, welche immer erst reagieren, aber tun es ihnen jeden Tag gleich. Fraglich dabei ist nur, wann vergessen wir, vor dem Handeln zu denken? Ich kann mich gut daran erinnern, dass mir in der Schule und von meinen Eltern öfters gesagt wurde, dass ich erst nachdenken soll, bevor ich etwas tue. Die Antwort ist, dass wir diesen Satz nur auf uns selbst beziehen. Auf unsere Probleme, Situationen, Beziehungen. Wir überlegen uns nicht, dass wir mal die Welt, oder nur unsere Umwelt betrachten und analysieren könnten. Einfach mal hinsetzen, hinstellen und horchen bzw. beobachten. Was ist falsch, was könnte in Zukunft falsch laufen, welche Probleme könnten entstehen. Wenn wir was erkennen, dann können wir es angehen. Etwas tun. Etwas verbessern.

Wenn jeder was tun würde…

Die alte Leier. Wenn jeder Mensch auch nur etwas tun würde, dann wäre die Welt besser. Viele werden sich jetzt denken, „jaja, da passiert ja doch nichts, dann werde ich das auch mal aufschieben“. Es könnte auch sein, dass ihr in Zeiten der ach so schönen „Share-Economy“ denkt, was krieg ICH denn, wenn ich was tue, was habe ICH davon? Genau, dieser moderne Gedanke des Teilens, ist eigentlich scheisse. Teilen heisst heute, etwas erhalten. Man teilt nicht mehr proaktiv, man teilt, um zu erhalten, nicht um zu geben. Wir meinen es ja gut, aber sämtliches, wirklich proaktives Verhalten ist verloren gegangen.

Vorschlag

Ich werde jetzt nach Draussen gehen, mich hinsetzen und darüber nachdenken, was ich in den nächsten Tagen unternehmen könnte, um die Welt zu verbessern. Vermutlich werde ich einer fremden Person oder Gruppe einen Gefallen tun, ohne dass die Person oder die Gruppe mitkriegt, wer das getan hat. Denn das garantiert, dass ich nichts zurück erhalten werde, aber ich habe jemandem geholfen. Dann werde ich versuchen das jede Woche zu wiederholen. Ich werde das nicht aufschieben, ich werde es tun.

Was Ihr tun sollt? Das ist mir scheissegal!

Danke

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