Jakob ist süchtig nach Geld

 New York, 12.03.2015

Es ist 5:30 Uhr die Sonne blitzt gerade durch einige Ecken der 1st Avenue. Jakob Johnson lässt sich einen Café aus seiner 5000 Dollar Maschine. Von seiner Küche aus kann er den Central Park überblicken. Er steht einfach nur da und genießt den Morgen. Er hat einen seiner besten Anzüge angezogen. Er weiß was gleich passieren wird. Er weiß das es nicht richtig war, was er getan hat, er weiß, was es für Konsequenzen haben wird, aber es ist im egal.

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Sein Appartement befindet sich in der 8. Etage eines in 2010 gebauten Hochhauskomplexes. Einer der besten Wohngegenden hier in New York, das war Ihm wichtig. Jakob war bereits in die Planung dieses Hauses involviert, damals stand an genau jener Stelle noch ein altes backstein Gebäude aus der Zeit um etwa 1811, als die Stadtplander die ganze Insel Manhatten mit einem rasterförmigen Straßennetz überzogen. Heute erinnern nur noch die geraden Avenues an die damalige Zeit.

Gradlinigkeit, damit beschreibt sich Jakob auch am liebsten, er macht nicht gerne Kompromisse. Diese Eigenschaft, in Kombination mit Skrupellosigkeit, hatte ihn dort hingeführt wo er heute ist, Finanzier und Investmentbanker und seit Anfang der Neunziger einer der Hauptbeteiligten bei der Schaffung des Hank-Jordan- Marktes.

Paul Newten, Sicherheitfachmann für Gebäudetechnik öffnet gerade im Auftag der New Yorker Polizei die Wohnungstür des Appartements. 5 Minuten später wird Jakob von den Ermittlern, mit den Händen auf den Rücken, aus seiner Wohnung geführt. Er hatte sich nicht gegen die Verhaftung gewehrt, warum auch, das macht vor Gericht keinen guten Eindruck, das hatte er bereits mit seinem Anwälten besprochen.

Ab März 2004 arbeitete Jakob für die New Yorker Investmentbank K.M. Dugen und war Hauptverantwortlicher für die Fusion von Hupert und Daxter Ribleys. Sein geschätztes Jahreseinkommen lag zu dieser Zeit bei 8 Millionen US Dollar.

Das alles reichte Jakob nicht. Er wollte mehr, immer mehr. Es ist wie eine Sucht, er kann es nicht abstellen. Geld verdienen ist wie ein Rausch. Es geht ihm auch nicht darum es auszugeben, klar für Nutten und gutes Essen, aber selbst mit seiner Wohnung, die ein Vermögen gekostet hat, wird er Geld verdienen. Die wird in 10 Jahren mindestens das doppelte Wert sein, so seine vorsichtige Schätzung, Immobilien sind nicht sein Steckenpferd.

Er hat hier und da einige Firmenbeteiligungen und auch ein ganz gutes Näschen was Aktien und Fonds angeht, aber mit all diesen Dingen lässt sich langfristig vielleicht ganz gutes Geld machen, aber nichts, um in der Forbes gelistet zu werden. Also lediglich Pennys.

In den letzten 10 Jahren hat sich einiges getan, seine Wohnung ist etwa das fünffache des ursprünglichen Preises wert. Durch das jahrelange Vertrauen seiner Kunden konnte er unzählige Schuldverschreibungen auf den Finanzmärkten platzieren. Er trug im Wesentlichen zu dem Geschäftserfolg von der Investmentbank B&K International bei, die Gesellschaft nahm 2010 etwa 8 Milliarden an Honoraren ein und war damit die erfolgreichste amerikanische Investmentbank. Im vergangen Jahr hat er geschätzte 500 Millionen verdient. Für alle, die nicht so viel von der Börse, Aktien und Investmentbanken verstehen, Jakob hat dieses durch Insiderhandel erreicht.

3 Monate nach seiner Verhaftung unterschrieb Jakob Johnson ein Schuldeingeständnis bei der Staatsanwaltschaft, er wurde zu 12 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. Weiterhin willigte er ein, 450 Millionen Dollar an Bußgeld zu zahlen, weitere 670 Millionen zahlte er für Vergleiche aus Zivilprozessen. Jakob wurde zudem lebenslänglich für den Wertpapierhandel ausgeschlossen.

Nach 19 Monaten wurde er auf Bewährung entlassen, sein Vermögen wird auf etwa 4 Milliarden Dollar geschätzt, seine Wohnung hat mittlerweile etwa den sechsfachen Wert.

2015-01-15

 

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