Kultur kaufen, nicht fördern

Eins vorweg: Musiker wie Jay-Z, Künstler wie Pipilotti Rist oder andere Künstler in der gleichen Stärkeklasse, verdienen viel Schotter mit ihrem Hobby / mit ihrer Leidenschaft. Um dieses Kaliber geht es hier aber nicht. Hier geht es um talentierte Kulturschaffende und sogenannte Plattformen für diese. Heutzutage wird Kultur gefördert, nicht gekauft. Warum das schlecht ist? Das liegt doch auf der Hand.

PundB-kultur

Es ist natürlich zu loben, dass Kultur auf gewissen Stufen wirklich gefördert wird. Junge Künstler dürfen in einer Galerie ausstellen, zusammen mit anderen Künstlern. Dadurch erhält man ein grösseres Publikum. Junge Musiker dürfen als Vorgruppen von grossen, bereits bekannten Bands mitreisen und die völlig bescheuerte Aufgabe des „Aufwärmens“ übernehmen. Mal ehrlich, wer wärmt schon gerne ein? Hätte jemand von Euch sich im Sportunterricht in der Schule freiwillig gemeldet, um das Aufwärmen zu übernehmen?

Kleiner Ausschweifer. Fakt ist Kultur wird gefördert, sowohl finanziell, als auch mit Plattformen jeglicher Art. Ist das schlecht? Nein, nicht im Geringsten. Es ist genial, dass sich gewisse Personen dafür bereit erklären, ohne Entlohnung zu arbeiten, damit ein geiler Event, eine geile Plattform für Kulturschaffende zu Stande kommt. Solche Ideologien sind sicherlich erstrebenswert für die Menschheit. An einem Strick ziehen, neuen Kulturschaffenden eine Chance geben, Plattformen schaffen, Publikum verbinden, Reichweite generieren, den Namen bekannt machen, das ist alles wirklich schön, aber warum zur Hölle ist dies notwendig.

Wir konsumieren gerne. Wir konsumieren Musik, Sex, ja sogar Gewalt (siehe „Gewalt ist Scheisse“). Wir konsumieren Jay Z, wir konsumieren Pipilotti Rist, wir konsumieren Madonna, wir konsumieren Blockbuster aus Hollywood und Independent Filme aus Skandinavien. Je kleiner und unbekannter der Name wird, desto weniger sind wir bereit dafür zu zahlen. Wie Paradox ist das denn bitte.

Kulturschaffende leisten Arbeit. Sie bringen die Dienstleistung der Unterhaltung. Wir zahlen monatlich viel Kohle, um unsere Online Welt besuchen zu können, um Fern zu sehen. Gerne zahlen wir auch überdimensional viel Geld um für einen Kinoabend mit Freunden. Wir sind also absolut daran gewöhnt für Unterhaltung zu zahlen. Woher zum Geier kommt es also, dass wir nicht bereit sind, für eine gute, aber unbekannte Band 30.- Schweizerfranken Eintritt zu zahlen? Woher kommt es, dass wir für einen Blockbuster mit dreistelligem Millionenbudget 20.- Schweizerfranken zahlen und für ein Independent-Movie nicht einmal 5.- CHF auf Crowdfunding geben?

Ich rufe hiermit zum Konsum auf. Zum Konsum von guter Unterhaltung. Zum Konsum von Kultur. So wird Kultur selbsttragend. Und wenn sie selbsttragend wird, dann, erst dann, ist Kultur unabhängig! Dann muss auch der Barkeeper am geilen Kulturevent, oder der zuständige für die Kasse nicht mehr gratis arbeiten.

Konsumiert Kultur!

Danke

 

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