„Das tut doch höllisch weh!?“ – von Smarti und seinen Freunden

Smartphones zerstören das Miteinander. Das ist weit bekannt. Man spricht nicht mehr direkt miteinander, spielt lieber Quizduell als Brettspiele und schaut nicht mehr Frauen hinterher, sondern schaut Fotos von hübschen Mädchen auf Tinder. Das ist schade. Doch der liebe, kleine Helfer Smart macht noch viel schlimmere Dinge mit uns. Er macht uns zum Glöckner von Notre Dame.

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Das Smartphone, oder der liebe „Smarti“

Das Smartphone ist ein lieber kleiner Helfer. Er wird zwar jetzt wieder grösser, aber ist verhältnismässig immer noch klein, im Gegensatz zu den Geräten mit welchen man früher weniger Möglichkeiten hatte. Mit ihm findet man sich nicht nur zurecht und kann jederzeit den Fahrplan abfragen, nein, das Smartphone ist so ein liebes Ding, es hilft einem sogar dabei sich selbst zu verwirklichen. Einmal lächeln, fotografieren, posten und die ganze Welt hat das Gefühl, man sei unantastbar glücklich (wenn man sich dabei noch vor ein Poster mit Meeresblick stellt und einen guten Filter einstellt, kann es sogar sein, dass andere auf einem Eifersüchtig werden). Das mag ich am Smartphone, es zeigt einem nur von seiner besten Seite. Die Internetgeschwindigkeiten, die Flatrates und die einfache, intuitive Bedienung, machen es dem lieben kleinen Helferlein möglich, uns überall hin zu begleiten. Wir können uns mit ihm darstellen. Zudem macht es uns intelligenter, cooler, hübscher und vor allem berühmt. Es ist aber leider nicht alles positiv an Smarti. Denn nebst der viel diskutierten aber kaum erwähnenswerten allgemeinen Verblödung durch Smarti, fällt ein anderer Kritikpunkt wortwörtlich schwer ins Gewicht.

Ein gefährlicher Spaziergang durch die Stadt – oder Super Mario Live

Die Gesundheit leidet stark unter dem lieben Smarti. Die Rede sei jetzt nicht von den Strahlen und der zunehmenden, absoluten sozialen Inkompetenz. Hier geht es um den Nacken. Neulich spazierte ich erhobenen Hauptes durch die Strassen der Stadt. Ein solcher Spaziergang macht mir heutzutage in etwa so viel Spass, wie früher Super Mario Bros. auf dem Nintendo spielen. (Für diejenigen unter Euch, welche nach 1990 geboren wurde, ein Nintendo ist eine Spielkonsole, etwa 20 mal so gross wie euer Smartphone, dafür ist die Auflösung wesentlich beschissener). Ein entspannter Spaziergang durch die Stadt, endet heute meistens in einer Jump n’ Run ähnlichen Herausforderung. Denn die meisten Personen schauen einfach nicht mehr auf die Strasse, sondern in ihre spannende, digitale Welt. Alles andere ist für sie nicht so wichtig. Was das nun mit Gesundheit zu tun hat? Nein, ich will nicht darauf hinaus, dass man sich nach einem Zusammenstoss das Bein oder anderweitiges brechen könnte (auch möglich). Vielmehr interessieren mich langfristige Gesundheitsschäden.

Der Nacken

Es geht hier ausschliesslich um die Haltung. Früher hiess es Rücken gerade, Brust raus, Kinn hoch. Heute scheinen Smarti und seine Freunde ihre Benutzer nett darauf hinzuweisen, sie in beide Hände zu nehmen, auf Bauchnabelhöhe zu platzieren und einfach den Kopf hängen zu lassen, der Nacken trägt das schon, denn mit mehrfacher Benutzung von Familie Smarti ist der Kopf auch nicht mehr so schwer. Wer diesen Blog nun auf dem Smartphone liest und nicht im Stande ist, sich das eben beschrieben Bild aus eigener Kraft vorzustellen, dem sei mit der nachfolgenden Darstellung der modernen menschlichen Haltung geholfen:

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Genau. Der Nacken ist es, welcher am meisten unter den Smartphones leidet. Nebst allen anderen Kritikpunkten am Smartphone stelle ich mir in letzter Zeit häufig die folgende Frage: „Aber das muss doch höllisch schmerzen?!“

Ja tut es. Wenn nicht jetzt, dann in 10 Jahren, wenn Ihr dank Smarti durch die Gegend geht wie der Glöckner von Notre Dame. Das ist wirklich schaade.

Empfehlung

Zum Schluss noch meine Empfehlung.

Denjenigen, welche sich diesen Blog ausgedruckt haben (nein, kein 3D Drucker) und ihn friedlich auf einer Parkbank lesen wollten, es aber nicht geschafft haben, weil ihr Euch mit jemandem unterhalten habt, den ihr (oh Wunder) nicht über Facebook kennengelernt habt,  empfehle ich, jetzt sofort in die Produktion von Bluetooth gesteuerten Nackenstützen zu investieren und diese dann in 10 bis 20 Jahren zu verkaufen. Ihr werdet reich damit.

Denjenigen, welchen gerade über Facebook, oder Twitter oder sonst wie auf diesen Blog gestossen sind und parallel dazu noch Musik hören, die Mails checken, telefonieren und mit dem coolen Case auffallen, welches euren Smarti schützt, empfehle ich zwei Dinge:

  1.    Schaut auf die Strasse (mein Gott das ist ja lebensgefährlich).
  2.    Legt den Kopf in den Nacken und entspannt Euch!

Danke

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